Tag 2 in Dublin
Bernhard von Welck
15.08.2018

Der 2. Tag beginnt und es heißt wie immer - früh aufstehen. Der Weg zum Schwimmbad ist nicht weit, aber die Verkehrslage ist ungewiss und jeder Sportler braucht seine individuelle Vorbereitung. Insgesamt 9 Sportler müssen zu den angesetzten Vorläufen ins Wasser. Die Abläufe sind eingespielt. Jeder weiß, was zu tun ist. Und das ist wichtig, da es klare Regeln gibt, wann die Sportler wo zu erscheinen haben. Ist die vorgegebene Zeit überschritten, findet das Rennen ohne den Sportler statt. Und die jungen Sportler brauchen die Anweisungen der Trainer und Betreuer. Doch damit nicht genug. Das Anziehen der hautengen Rennanzüge ist alleine nicht zu schaffen. Oft sind 2 Personen ca. eine halbe Stunde damit beschäftigt, diese Anzüge anzuziehen. Aber die Erfolge der Sportler rechtfertigen diesen Aufwand. Vier schaffen den Sprung ins Finale, z.T. mit persönlicher Bestzeit und deutschem Rekord. Dazu schwimmt Marlene Endrolath (SB13) in dem "non-Medalevent" eine neue persönliche Bestzeit über 100 m Brust in 1:23,40 und wird zweite des Rennens.

Die Finalläufe versprechen einiges, sind doch 11 Sportler und eine Mixtstaffel am Start. Den Anfang macht Verena Schott über 200 Lagen. Sie war fünfte nach den Vorläufen und hat sich einiges vorgenommen. Konzentriert schwimmt sie die Lagenfolge durch. Sie ist erkennbar schneller und vor allem schneller als ihre Dauerkonkurrentin Eleonore Simmonds aus England. Sie schlägt als dritte mit neuem deutschen Rekord von 3:05,39 an und gewinnt Bronze. Gleich das nächste Rennen verspricht eine weitere gute Platzierung, da der blinde Schwimmer Johannes Weinberg bei seiner EM-Premiere über 100 m Brust nach seinem Vorlauf Dritter war. Auch im Finale kann er seine Leistung wieder abrufen und verbessert seine persönliche Bestzeit um fast 1 Sekunde auf 1:25,06. Er belegt damit ebenfalls einen hervorragenden 3. Platz und gewinnt die Bronzemedaille. Ebenfalls über 100 m Brust belegt Taliso Engel in deutscher Rekordzeit für die Startklasse SB13 Platz drei in 1:08,34 und holt eine weitere Bronzemedaille. Beide Jungs bejubeln beim Ausschwimmen ihre Medaillengewinne, wobei es Johannes noch gar nicht richtig fassen kann. Gina Böttcher, die ihr 2. Rennen hier in Dublinn schwimmt, macht es ganz cool. Über 50 m Freistil in der Klasse S4 legt sie los wie der Teufel und wird mit ihrer ersten Medaille bei einer Europameisterschaft belohnt. Sie gewinnt Silber in der deutschen Rekordzeit von 0:45,72. Dieser Rekord stammt noch von der mehrfachen Paralympicssiegerin Kay Espenhayn aus dem Jahre 1995. Im letzten Einzelwettbewerb des Tages erfolgt dann die Krönung des Tages. Elena Krawzow (SB12) geht als Zeitschnellste in ihrer Paradestrecke 100 m Brust ins Rennen. Es wird ein Kopf an Kopfrennen mit ihrer zypriotischen Gegnerin mit dem besseren Ende für Elena. 1:16.44 stehen am Ende auf der Anzeigetafel. Neuer deutscher Rekord (der bereits fünfte an diesem Tage) und der Gewinn der ersehnten Goldmedaille. Ein weiterer sehr erfolgreicher Tag mit dem Gewinn von 1 x Gold, 1 x Silber und 3 x Bronze. Weitere Finalisten: Josia Topf als 7. in 0:56,99 in der Klasse S3 über 50 m Freistil (mit dt. Rekord im Vorlauf 0:56,52) nur unwesentlich langsamer. Peggy Sonntag (S5) über 50 Rücken ebenfalls siebte und Katharina Rösler (SM7) mit Bestzeit über 200 m Lagen fünfte in der Zeit von 3:48,85. Malte Braunschweig (S9) hat sich nach persönlicher Bestzeit am Morgen von 0:58,47 über 100 m Freistil viel vorgenommen. Leider ist er dann im Finale etwas langsamer, belegt aber einen hervorragenden sechsten Platz.

Bernhard von Welck