3. Tag im Aquaticcenter von Dublin
Bernhard von Welck
16.08.2018

13 Sportler im Finale - das bedeutet für die helfenden Hände viel Arbeit. Völlig überraschend ist Johannes Weinberg (S11) über 400 m Freistil ins Finale gekommen. Die Zeit war mit 5:48.99 zwar mehr als 4 Sekunden langsamer als im Vorlauf, doch er hat sich riesig über den zweiten Start gefreut. Starterinnen 2 und 3 sind Verena Schott und Peggy Sonntag (SB5) über 10 m Brust. Verena als Mitfavoritin einer Medaille beginnt beherzt ihr Rennen und liegt nach der Wende auf einem Silberrang. Den kann sie bis 10 Meter vor dem Anschlag halten. Dann schwinden langsam die Kräfte und die Norwegerin schiebt sich langsam an ihr vorbei. Ganz knapp hinter ihr schlägt Verena als dritte in der Zeit von 1:44,66 an - somit die erste Medaille des Tages. Gleich danach erfolgt das wohl spannendste Rennen des Tages - 50 m Freistil in der Startklasse S12. Nach dem krankheitsbedingten Ausfall von der Mitfavoritin Maike Naomi Schnittger rückt über Nacht Elena Krawzow in den Kreis der Medaillenkandidatinnen. Und es wird ein Kopf an Kopfrennen. Und zur Überraschung aller schlagen sie und die haushohe Favoritin Hannah Russel aus Großbritannien zeitgleich als erste an - Riesenjubel im deutschen Team. Elena ist total glücklich über diesen Coup und gewinnt Gold mit Einstellung des deutschen Rekordes von 0:27.94. Neele Labudda wird am Ende sechste ebenfalls mit persönlicher Bestzeit von 0:31,55. Taliso Engel, der gestern bereits Bronze über 100 m Brust in der Startklasse SB13 gewonnen hatte, geht diesmal über 200 m Lagen eher bescheiden an den Start. Über einen Kopf kleiner als die Mitstreiter und als Jüngster im Feld ist sein Ziel eine neue persönliche Bestzeit. Er ist einer der technisch elegantesten Schwimmer und spielt sein Potenzial speziell bei der Brustdistanz aus. Am Ende schlägt er als sechster in neuer persönlicher Bestzeit an und ist damit 2 Sekunden schneller als am Morgen. Thorben Schmidtke über 100 m Brust, das kennt man in den letzten Jahren als Starter in der Startklasse SB 6. Seit diesem Jahr ist er in die nächst höhere Startklasse SB7 klassifiziert und dies hat ihn sehr frustriert. Und mit Ärger im Bauch schwimmt er seinen Lauf, hält sich hervorragend in Lauerstellung und spielt am Ende seine ganze Routine aus, um als völlig überraschender zweiter in der Zeit von 1:27,00 anzuschlagen. Damit gelingt ihm sogar eine Verbesserung des eigenen deutschen Rekordes um 0,04 Sekunden. Tobias Pollap wird im selben Lauf fünfter in 1:28.16, knapp über seiner Bestzeit. Die weiteren Ergebnisse: Gina Böttcher (SB3) wird sechste in neuer persönlicher Bestzeit in 1:25,41; Jasmin Beutler (SB6) achte mit ebenfalls neuer Bestzeit von 2:00,35; Katherina Rösler (SB7) sechste mit Bestzeit von 1:52,74 ( knapp 4 Sekunden schneller als am Morgen). Letzter Starter ist Malte Braunschweig (S9) als siebter im Finale über 100 m Schmetterling.

Bernhard von Welck